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Google Analytics: Warum PayPal & Co. Ihre Zahlen verfälschen und was Sie dagegen tun müssen


Juli, 2017

PayPal und andere Zahlungsanbieter sind in Ihrem Google Analytics-Konto die Verweisquellen mit dem meisten Umsatz? Dann sollten Sie das nicht einfach ignorieren, sondern handeln. Denn eine saubere Analyse Ihrer Zugriffsquellen und folglich eine zielgerichtete Steuerung Ihrer Marketingausgaben ist so nicht möglich. Aber es gibt eine schnelle und einfache Lösung.


 

Das Problem in Google Analytics erkennen

Kürzlich bin ich beim Blick auf die Google Analytics-Zahlen eines Onlineshops über etwas gestolpert: 50% seines Umsatzes machte er durch Verweise. Da er sehr engagiert Google AdWords und Facebook-Marketing betreibt und das Backlink-Profil noch eher dünn ist, erschien mir das etwas seltsam. Ein genauerer Blick auf die Verweis-Quellen zeigte, dass der größte Anteil des Referrer-Traffics zwar über normale Dritt-Seiten kam, diese aber keinerlei Umsatz brachten. Alle Transaktionen entfielen auf drei Quellen:

  • paypal.com
  • sofort.com
  • paydirekt.de

Die Zahlungsanbieter PayPal, Sofortüberweisung und Paydirekt sollen demnach die erfolgreichsten Verweisquellen des Onlineshops sein – da konnte etwas nicht stimmen!
 

Die Ursache

Sie kennen das ja sicher aus Nutzersicht. Sie haben einen Onlineshop auf einem der folgenden Wege erreicht:

  • Google AdWords-Anzeige
  • Link in einem Newsletter
  • Link auf einer Gutschein-Seite
  • Facebook-Post

Google Analytics weist Ihnen als Nutzer und ihrer Session die entsprechende Quelle zu.

Ihnen gefallen einige Artikel, die Sie in den Warenkorb legen. Sie durchlaufen den Bestellprozess, wählen im Checkout PayPal als Zahlart aus und anschließend öffnet sich entweder im gleichen Fenster oder in einem Pop-Up Ihr PayPal-Konto. Hier geben Sie die Zahlung frei und gelangen anschließend wieder auf den Onlineshop, der sich freundlich für Ihren Einkauf bedankt.

Aus der Sicht von Google Analytics verlassen Sie in diesem Moment den Onlineshop kurz, Ihre Session wird deshalb als beendet betrachtet. Anschließend findet ein Redirect zurück auf den Shop statt, eine neue Session beginnt und nun rechnet Google Analytics Ihren Besuch der Verweis-Quelle PayPal zu. Die ursprüngliche Quelle wird überschrieben.
 

Welche Folgen hat das für Ihre Google Analytics-Zahlen?  

Im ersten Moment könnten Sie geneigt sein, das Ganze als Lappalie abzutun. Der Umsatz wird ja gemacht. Diese Ungenauigkeit verzerrt allerdings Ihr laufendes Reporting. Die Zahlen in Google Analytics weichen immer weiter von den Auswertungen von Google AdWords, Ihrem E-Mail-Marketing- oder Social Media-Tool ab. Jetzt kommen unangenehme Fragen Ihres Vorgesetzten auf Sie zu. Vielleicht will er sogar das Engagement auf Facebook beenden. Kommt ja ohnehin nichts dabei herum, obwohl Sie so viel Zeit reinstecken.

Und wenn nicht, dann fällt Ihnen das Thema spätestens in dem Moment auf die Füße, in dem es an die Budgetplanung geht und Sie entscheiden müssen, in welchen Online-Marketing-Kanal Sie im nächsten Jahr mehr oder weniger Geld stecken. Die Grundlage dafür dürfte in den meisten Fällen die bisherige Entwicklung der Marketing-Kanäle sein, die Sie jetzt nicht mehr sauber ablesen können. PayPal können Sie schlecht Marketing-Budget allokieren, denn dort wird man kein Marketing für Ihren Onlineshop machen…
 

So beheben Sie das Redirect-Problem bei PayPal

In Ihrem Geschäftskonto auf www.paypal.com müssen Sie die Option „Automatische Rückleitung“ aktivieren und als Ziel die URL der Seite innerhalb Ihres Checkouts angeben, auf die die User nach der Zahlung weitergeleitet werden sollen. Vermutlich die Dankes- oder Bestätigungsseite.

An die URL hängen Sie noch den utm-Paramter ?utm_nooverride=1 an. Dieser verhindert das Überschreiben der ursprünglichen Quelle. Das sieht dann z.B. so aus:
https://www.adojo-beispielshop.de/danke?utm_nooverride=1

Verwenden Sie Google Universal Analytics, wird der utm-Parameter nicht benötigt. Hier müssen Sie paypal.com nur im Verwaltungsbereich des Analytics-Kontos zur Verweisausschlussliste hinzufügen.

Auch bei den anderen Zahlungsanbietern gibt es ähnlich einfache Lösungen.

Geräteübergreifendes Remarketing mit Google Analytics – das müssen Sie wissen


Mai, 2017

Google erweitert zum 15. Mai 2017 alle in Google Analytics erstellten Remarketing-Zielgruppen um geräteübergreifende Funktionen. Cross-Device-Remarketing in AdWords und DoubleClick wird dadurch möglich. Google informiert dazu alle Google Analytics-Nutzer im Verwaltungsbereich jedes Analytics Kontos unter „Property“⟶„Tracking-Informationen“ ⟶ „Datenerfassung“.
 
Google Analytics Verwaltung_Hinweis geräteübergreifendes Remarketing
 

Die Ausgangslage – unbefriedigend für Marketer und Kunden

Man kennt das vom eigenen Kaufverhalten: Die Recherche beginnt im Verkehrsmittel zur Arbeit auf dem Smartphone, man setzt sie in der Mittagspause auf dem PC im Büro fort und abends auf dem Sofa schließt man den Kauf schlussendlich mit dem Tablet ab. Der stetige Device-Wechsel ist für User normal geworden. Sie benutzen das Endgerät, welches in der jeweiligen Situation zur Hand ist. Laut Google beginnen sechs von zehn Internetnutzer ihre Käufe nicht auf dem Gerät, auf dem sie letztlich abschließen.

Für uns Marketer erschwert das allerdings das Ausspielen relevanter Werbung und die verlässliche Erfolgsmessung der Marketingkanäle. Das Cookie, welches bei der ersten Recherche auf dem Smartphone gesetzt wurde, kann abends auf dem Tablet nicht mehr ausgelesen werden. Die Folge ist, dass die Customer Journey nicht komplett nachvollziehbar ist. Das kann dazu führen, dass der User auf dem Smartphone weiterhin Remarketing-Anzeigen für einen Artikel erhält, den er bereits auf dem Tablet gekauft hat. Auch Frequency Capping über Gerätegrenzen hinweg ist nicht möglich. Für den User ist das ärgerlich und im schlimmsten Fall will er künftig mit dem Shop nichts mehr zu tun haben.
 

Wen erreichen Sie künftig mit geräteübergreifendem Remarketing?

Sie können ab Mitte Mai Nutzer retargeten, bei denen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Sie haben ein Google-Konto.
  • Sie haben zugestimmt, dass ihr Web- und App-Browserverlauf von Google mit ihrem Google-Konto verknüpft wird und Informationen aus ihrem Google-Konto zum Personalisieren von Anzeigen verwendet werden.

Es werden also nicht alle Nutzer betroffen sein, wobei davon auszugehen ist, dass die meisten Inhaber eines Google-Kontos die beim obigen, zweiten Punkt erwähnten Zustimmungen nicht deaktiviert haben.

Google verknüpft diese Daten mit Daten aus Google Analytics, „um Zielgruppenlisten für geräteübergreifendes Remarketing zu erstellen. Dazu werden von Google Analytics zunächst für Nutzer auf Ihrer Website Google-authentifizierte IDs erfasst, die mit Google-Konten dieser Nutzer verknüpft sind (also personenbezogene Daten). Anschließend werden von Google Analytics diese IDs vorübergehend mit Ihren Google Analytics-Daten verknüpft, um Ihre Zielgruppen zu optimieren.“
 

Überprüfung der Datenschutzerklärung – aber was ist zu tun?

Google führt geräteübergreifendes Remarketing für alle Google Analytics-Konten ein, in denen Remarketing aktiviert ist. Website-Betreiber müssen also nur aktiv werden, wenn sie die Funktion nicht haben möchten. Unsere Freunde aus Mountain View schränken in ihrer Ankündigung dann aber noch ein: „Überprüfen Sie jedoch Ihre Datenschutzerklärung und nehmen Sie erforderliche Änderungen vor, um Nutzer darüber zu informieren, welche Daten Ihr Unternehmen erfasst und mit Google teilt.“

Was sind in diesem Fall „erforderliche Änderungen“? Wir sind bereits eifrig am Recherchieren, doch noch ist es auf einschlägigen Blogs und News-Portalen ruhig. Das momentan Sicherste ist es unserer Meinung nach, die Problematik dem eigenen Datenschutzbeauftragten vorzulegen.

Sie haben Google Analytics noch nicht in Ihrer Datenschutzerklärung erwähnt? Dann sehen Sie die Einführung von geräteübergreifendem Remarketing doch als Anlass dafür, das zeitnah zu ändern, bevor die Abmahnindustrie davon Wind bekommt.

Über Neuigkeiten zu diesem Thema informieren wir Sie im adojo-Blog!

Informationspflichten für Online-Händler und -Dienstleister


April, 2017

Bereits seit Februar 2016 müssen Online-Händler und Unternehmen, die online Dienstleistungen für Verbraucher anbieten, auf die Plattform der EU zu Online-Streitbeilegung hinweisen. Fehlt dieser Hinweis im Impressum oder ist der Link zur Plattform nicht klickbar, drohen den Seitenbetreibern Strafen.

In Art. 14 Abs. 1 der ODR-Verordnung für Online-Händler heißt es:

„In der Union niedergelassene Unternehmer, die Online-Kaufverträge oder Online-Dienstleistungsverträge eingehen und in der Union niedergelassene Online-Marktplätze stellen auf ihren Websites einen Link zur OS-Plattform ein. Dieser Link muss für Verbraucher leicht zugänglich sein. In der Union niedergelassene Unternehmer, die Online-Kaufverträge oder Online-Dienstleistungsverträge eingehen, geben zudem Ihre E-Mail-Adressen an.“

Der Aufschrei damals war nicht zu überhören. Das lag weniger an der kurzen Zeit zwischen Ankündigung und Inkrafttreten als daran, dass die Plattform der EU noch gar nicht fertiggestellt war und dass abzusehen war, dass sie das auch bis zum Stichtag, den 09. Februar 2016, nicht sein würde. So mancher sah es deshalb nicht ein oder als nicht so wichtig an, einen Link zu einer „nicht existierenden“ Webseite zu setzen – die Abmahnindustrie scharrte sogleich mit den Hufen.

Mittlerweile sollten die meisten betroffenen Webseiten den Hinweis eingebunden haben. Falls nicht, dann wird es nun Zeit zu handeln und bei dieser Gelegenheit auch die neuen Regelungen aus dem Gesetz über die alternative Streitbeilegung in Verbrauchersachen (Verbraucherstreitbeilegungsgesetz – VSBG) umzusetzen, die seit dem 01. Februar 2017 gelten.

 

Zusätzliche Informationspflichten ab dem 01. Februar 2017

Das Gesetz wurde bereits im April 2016 verabschiedet. Dennoch erfüllen viele Unternehmen die Informationspflichten, Stand heute, noch immer nicht – ein Jahr nach Bekanntwerden und fast drei Monate nach Inkrafttreten.

Für welche Unternehmen das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz gilt, ist in §36 Allgemeine Informationspflicht geregelt:

(1) Ein Unternehmer, der eine Webseite unterhält oder Allgemeine Geschäftsbedingungen verwendet, hat den Verbraucher leicht zugänglich, klar und verständlich

1. in Kenntnis zu setzen davon, inwieweit er bereit ist oder verpflichtet ist, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen, und

2. auf die zuständige Verbraucherschlichtungsstelle hinzuweisen, wenn sich der Unternehmer zur Teilnahme an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle verpflichtet hat oder wenn er auf Grund von Rechtsvorschriften zur Teilnahme verpflichtet ist; der Hinweis muss Angaben zu Anschrift und Webseite der Verbraucherschlichtungsstelle sowie eine Erklärung des Unternehmers, an einem Streitbeilegungsverfahren vor dieser Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen, enthalten.

 

Ferner schreibt Absatz 2 des Gesetzes vor, dass die oben genannten Informationen auf der Webseite des Unternehmers sowie in – sofern vorhanden – seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen erscheinen müssen.

Ausgenommen von der Informationspflicht sind Unternehmer, die zum Stichtag 31. Dezember zehn oder weniger Personen beschäftigt haben.

 

Informationspflicht gilt für (fast) alle – auch wenn man nicht teilnimmt

Alle Unternehmer, für die diese Ausnahme nicht gilt, müssen den Verbraucher am besten im Impressum darüber informieren, ob sie teilnehmen, ob sie dazu verpflichtet sind und welche Streitbeilegungsstelle in ihrem Fall zuständig ist. Verwendet das Unternehmen Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB), ist auch darin zu informieren.

Der Teufel steckt hier wie so oft im Detail: Auch, wenn das Unternehmen nicht an Streitbeilegungsverfahren teilnimmt, muss es die Verbraucher über diesen Umstand informieren! Dieses Gesetz betrifft also abgesehen von den o.g. Unternehmen mit max. zehn Beschäftigten jeden.

 

Handeln Sie!

Oftmals ist es nur eine schnell erledigte Ergänzung Ihres Impressums und Ihrer AGB. Doch diese kann Sie vor empfindlichen Abmahnungen und Unterlassungserklärungen bewahren.

Wer sich ausschließlich an gewerbliche Kunden wendet, ist von der Informationspflicht nicht betroffen.

 

Informationspflicht nach Entstehen der Streitigkeit

Die oben beschriebenen allgemeinen Informationspflichten gehen davon aus, dass noch nicht gestritten wird. Sollten ein Unternehmen und ein Verbraucher bereits streiten und dieser nicht beigelegt werden können, greift VSBG §37 Informationen nach Entstehen der Streitigkeit:

(1) Der Unternehmer hat den Verbraucher auf eine für ihn zuständige Verbraucherschlichtungsstelle unter Angabe von deren Anschrift und Webseite hinzuweisen, wenn die Streitigkeit über einen Verbrauchervertrag durch den Unternehmer und den Verbraucher nicht beigelegt werden konnte. Der Unternehmer gibt zugleich an, ob er zur Teilnahme an einem Streitbeilegungsverfahren bei dieser Verbraucherschlichtungsstelle bereit ist oder verpflichtet ist. Ist der Unternehmer zur Teilnahme am Streitbeilegungsverfahren einer oder mehrerer Verbraucherschlichtungsstellen bereit oder verpflichtet, so hat er diese Stelle oder diese Stellen anzugeben.

(2) Der Hinweis muss in Textform gegeben werden.

Das bedeutet, dass es in diesem Fall nicht mehr ausreichend ist, auf der Webseite darauf hinzuweisen. Der Verbraucher ist schriftlich, also per E-Mail oder Brief, zu informieren, welche die zuständige Schlichtungsstelle ist (inkl. Adresse und Webseite) und ob das Unternehmen an einem Schlichtungsverfahren teilnimmt.

Unklar ist, wann das Unternehmen im Verlauf des Streits zu informieren hat. Daher sollte die Information bei jeder Beschwerde sogleich an den Verbraucher übermittelt werden.

Vortrag bei anwalt.de am 23.03.2017


März, 2017

Hier finden Teilnehmer des Vortrags „10 Trends im Online-Marketing, die Anwälte kennen sollten“ am 23. März 2017 bei anwalt.de die Vortragsfolien von Philipp Dostal und Daniel Haag zum Download.

Zum Download der Folien bitte auf die folgende Grafik klicken und das Passwort eingeben, welches Sie vor Ort erhalten haben.

Thumbnail Download Vortragsfolien anwalt.de

Welche Informationen Facebook nutzt, um Ihnen personalisierte Werbung auszuspielen, finden Sie hier: https://www.facebook.com/ads/preferences (Voraussetzung ist, dass Sie bei Facebook eingeloggt sind)

Bei Fragen und Anregungen freuen wir uns, von Ihnen zu hören unter:
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